Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen. Genau wie die Nase sind sie mit Schleimhaut ausgekleidet. Entzündet sich diese Schleimhaut, spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).
Bei der Geburt sind die meisten Nebenhöhlen zwar angedeutet, aber noch nicht voll entwickelt, sie bilden sich erst im Laufe der Kindheit aus. Ihre Größe, Form und sogar ihre Anzahl kann von Mensch zu Mensch geringfügig variieren.
Hier befinden sich die Nasennebenhöhlen. Zum Vergrößern bitte auf die Lupe links oben im Bild klicken
Üblicherweise finden sich beim Erwachsenen folgende Nebenhöhlen:
- Stirnhöhle (Sinus frontalis): Rechte und linke Stirnhöhle liegen im Stirnbein, rechts und links über der Nasenwurzel oberhalb der Augenbrauen
- Kieferhöhle (Sinus maxillaris): Rechte und linke Kieferhöhle liegen im Oberkieferknochen beidseits der Nase, sie grenzen an Gaumen und Oberkiefer
- Siebbein-Labyrinth (Sinus ethmoidalis): Das System besteht aus vielen kleinen Hohlräumen, den Siebbeinzellen. Sie liegen im Siebbein zwischen der Nase und dem inneren Augenwinkel
- Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis): Rechte und linke Keilbeinhöhle liegen hinter den Siebbeinzellen im Keilbein.
Die akute Nasennebenhöhlenentzündung gehört zu den häufigen Krankheiten. Meistens ist sie gut zu behandeln und heilt komplikationslos wieder aus. Oft wird sie durch einen viralen Infekt verursacht (eine Erkältung). Auch eine Infektion mit Bakterien kann die Ursache sein oder zusätzlich auftreten. Die Entzündung beginnt meistens in der Nase (Rhinitis). Da Nase und Nebenhöhlen über enge Gänge verbunden sind, breitet sich der Infekt leicht auf die benachbarten Hohlräume aus. Rhinitis und Sinusitis sind nicht immer klar zu trennen und werden deshalb auch als Rhinosinusitis zusammengefasst.
Typische Symptome der akuten Entzündung sind Kopfschmerzen, zum Beispiel im Stirnbereich, über der Nase, zwischen und unter den Augen. Zusätzlich kommt es dort zu einem deutlichen Druckgefühl, das sich beim Bücken verstärkt. Die Nase fühlt sich "verstopft" an und der Geruchssinn ist beeinträchtigt. Fieber kann auftreten. Eine akute Entzündung heilt bei entsprechender Therapie – zum Beispiel mit abschwellenden Medikamenten – nach etwa ein bis zwei Wochen, aber maximal acht Wochen aus.
Hält die Entzündung länger an oder kommt es zu mehr als vier Krankheitsepisoden pro Jahr, ohne dass dazwischen symptomfreie Intervalle liegen, handelt es sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Die Ursache ist dann eventuell in anatomischen Gegebenheiten zu suchen, beispielsweise einer Nasenscheidewandverkrümmung oder gutartigen Schleimhautwucherungen (Nasenpolypen). Sie können dazu führen, dass die Nebenhöhlen nicht mehr ausreichend "belüftet" werden und Sekret nicht mehr so gut Richtung Nase abfließen kann. Die Beschwerden sind bei der chronischen Entzündung oft weniger deutlich als bei der akuten Entzündung. Bleibt die medikamentöse Therapie erfolglos, kann dann eine Operation nötig sein, eine sogenannte Sanierung der Nasennebenhöhlen.
Seltener liegen chronischen oder wiederkehrenden Nasennebenhöhlenproblemen Krankheiten wie Wegenersche Granulomatose, Mukoviszidose oder eine Immunschwäche zugrunde.
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13.09.2005, aktualisiert am 09.09.2011
Bildnachweis: W&B/ Jörg Kühn, Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY
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