Gruppe von Zustandsbildern, die durch von der Norm deutlich abweichende Merkmale des Denkens, Fühlens und Handelns geprägt sind. Eine Persönlichkeitsstörung deutet sich oft bereits im Kindesalter an, wobei das Vollbild meist erst im Erwachsenenalter auftritt.
Ursache: Vermutet wird ein Zusammenwirken von ererbten Anlagen, sozialer Umwelt (v. a. Familie und Erziehung) und frühen seelischen Konflikten; z. T. spielen auch leichte, nichtoffensichtliche Hirnschädigungen eine Rolle.
Befund: Das Erscheinungsbild ist vielfältig und hängt vom Typ der Persönlichkeitsstörung ab. So steht etwa bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung ein exzentrisches, von Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen geprägtes Verhalten im Vordergrund. Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung können durch ehrgeiziges Bestreben, wohlhabend, mächtig und schön zu sein, auffallen, wobei ihr Selbstwertgefühl oft stark vom Urteil anderer abhängig ist. Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Gefühlsarmut, geringes Einfühlungsvermögen und Schwierigkeiten, tiefere soziale Beziehungen aufzubauen. Ein häufiges Element verschiedener Persönlichkeitsstörung ist die Schwierigkeit, aus (negativen) Erfahrungen zu lernen sowie angemessen auf Veränderungen zu reagieren.
Behandlung: Ein Behandlungsbedarf besteht nur, wenn der Betroffene bzw. das soziale Umfeld unter der Persönlichkeitsstörung leiden oder wenn sich Folgeprobleme wie etwa ein beginnender Alkohol- oder Drogenmissbrauch abzeichnen. Mittel der Wahl ist dann eine Psychotherapie.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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