angeborener oder erworbener Längenunterschied der Beine.
Ursache: Bei der scheinbaren Beinlängendifferenz (funktionellen Beinlängendifferenz) kann das Bein bei einer normalen Länge von Ober- und Unterschenkel aufgrund einer Bewegungseinschränkung des Knie- oder Hüftgelenks nicht gerade ausgestreckt werden. Die echte Beinlängendifferenz (reelle Beinlängendifferenz) ist anatomisch bedingt: Entweder ist der Ober- oder Unterschenkel verkürzt oder die Form des Beckens verändert. Die echte Beinlängendifferenz kann angeboren sein oder als Folge z. B. von falsch verheilten Knochenbrüchen, Verletzungen der Wachstumsfugen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen auftreten. Häufig ist die Ursache allerdings unbekannt.
Befund: Beinlängendifferenz von bis zu 2 cm bleiben häufig unbemerkt. Größere Längenunterschiede äußern sich durch Hinken, einen Beckenschiefstand oder eine Spitzfußstellung. Im Erwachsenenalter treten häufig Beschwerden an der Wirbelsäule und der Hüfte auf. Eine Röntgenaufnahme kann Aufschluss über die Ursache geben.
Behandlung: Beinlängendifferenzen bis zu 4 cm können durch eine Schuhzurichtung ausgeglichen werden, größere Unterschiede erfordern orthopädische Maßschuhe. Bei großen Beinlängendifferenzen sind auch operative Maßnahmen möglich, bei denen z. B. das längere Bein verkürzt wird, Knochenteile ausgetauscht oder Beinverlängerungen (Verlängerungsosteotomie) durchgeführt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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